Der Stumme Tod
von Volker Kutscher
Kiepenheuer & Witsch 2009 / ISBN 9783462040746 / 19,90 Euro
März 1930: Der Tod einer Schauspielerin führt Gereon Rath in die Studios der Filmmetropole Berlin. Der junge Kommissar lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer – und Stummfilmstars. Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung – und steht schnell alleine da. Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder. Die Ermittlungen führen Rath zwischen die Fronten rivalisierender Filmproduzenten, ins Berliner Chinesenviertel, in die Unterwelt – und hart an die Grenzen der Legalität. Während es bei der Beerdigung von Horst Wessel zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten kommt, muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn von dem Fall abziehen will. Als sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen, und seine Exfreundin Charly eine erneute Annäherung wagt, droht Rath alles über den Kopf zu wachsen. Eine grandiose Fortsetzung des ersten Bandes „Der nasse Fisch“, der das Berlin der 1930er Jahre beschreibt.

Verweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auf die Graphic Novels von Jason Lutes. „Mit »Berlin Steinerne Stadt« gelingt dem amerikanischen Comic-Autor Jason Lutes ein kunstvoller historischer Roman in Bildern, dessen exakt recherchierte Stadtansichten und Milieustudien ein beeindruckendes Zeitpanorama entfalten. Der Band bildet den ersten Teil einer »Berlin«-Trilogie, deren Handlung im September 1928 einsetzt und im Januar 1933 enden wird.“
Im zweiten Band „Berlin Bleierne Stadt“, der 1929/1930 spielt, zeichnet Lutes ein detailliert und historisch fundiertes Bild der Stadt in der Zeit des Umbruchs.
Beide Bände, denen ein dritter folgen wird, sind im Carlsen Verlag erschienen.
(I/09)
